Baumbestattung im Kreis Sömmerda soll 2026 näher an den Alltag vieler Familien rücken. Eine öffentlich angekündigte kommunale Lösung ist bislang jedoch nicht in den verfügbaren Satzungen und Gebührenordnungen abgebildet. Sicher belegt ist eine neue Alternative in der Region: der FriedWald Fahner Höhe ab 18. September 2026.

Die Vorstellung, eine Urne unter einem Baum beizusetzen, spricht viele Menschen an. Sie verbindet einen naturnahen Ort mit einer ruhigen Form des Gedenkens und kann Angehörige von der klassischen Grabpflege entlasten. Für Familien aus dem Landkreis Sömmerda ist jedoch wichtig, zwischen einer kommunalen Baumbestattung auf einem Friedhof und einer Beisetzung in einem Bestattungswald zu unterscheiden.
Stand unserer Recherche am 24. August 2026 lässt sich die in der Kurzbeschreibung genannte neue kommunale Anlage im Landkreis Sömmerda noch nicht anhand einer veröffentlichten Friedhofssatzung, Gebührenordnung oder offiziellen Gemeindemitteilung eindeutig bestätigen. Deshalb nennen wir für diese Anlage weder einen konkreten Ort noch einen Preis.
Die aktuelle Friedhofssatzung der Stadt Sömmerda wurde vom Stadtrat am 26. Juni 2025 beschlossen und trat am 1. August 2025 in Kraft. Sie gilt für die Friedhöfe Sömmerda, Rohrborn, Schallenburg, Frohndorf und Wenigensömmern. Eine eigene Grabart „Baumbestattung“ wird in dieser Satzung nicht aufgeführt.
Für klassische Urnenbeisetzungen nennt die städtische Gebührenordnung ein Urnenreihengrab für 20 Jahre mit 434,37 Euro. Die Beisetzung im Urnenreihengrab kostet zusätzlich 213,81 Euro. Zusammen ergibt das 648,18 Euro für Grabnutzung und Beisetzung. Weitere Kosten, etwa für eine Trauerhalle, eine Urne, ein Bestattungsunternehmen oder eine Trauerfeier, sind darin nicht enthalten. Diese Summe ist ausdrücklich kein Preis für ein Baumgrab, sondern dient nur als Vergleich für eine reguläre Urnenbeisetzung in der Stadt Sömmerda.
Eine konkrete naturnahe Alternative entsteht 2026 westlich von Erfurt: der FriedWald Fahner Höhe, auch als Bestattungswald Gierstädt bezeichnet. Die offizielle Standortseite weist den FriedWald dem Landkreis Gotha zu, nicht dem Landkreis Sömmerda. Die Eröffnung ist für den 18. September 2026 angekündigt. Das Gelände umfasst rund 40 Hektar und bietet einen Andachtsplatz mit Sitzmöglichkeiten für bis zu 45 Personen.
Im FriedWald werden biologisch abbaubare Urnen neben ausgewählten Bäumen beigesetzt. Angehörige können einen Baum oder einen einzelnen Platz auswählen. Eine Namenstafel am Baum ist möglich, eine herkömmliche Grabpflege gibt es nicht. Für Menschen aus dem Kreis Sömmerda kann dieser Standort je nach Wohnort eine regionale Option sein, wenn eine Beisetzung im Wald gewünscht wird.
Für den FriedWald Fahner Höhe gelten aktuell folgende veröffentlichte Preise:
Die Kosten für eine Baumbestattung setzen sich damit aus mehreren Bestandteilen zusammen. Neben dem Nutzungsrecht und dem Beisetzungsentgelt kommen je nach Wunsch unter anderem die Feuerbestattung, die Überführung, eine Trauerfeier und eine Namenstafel hinzu.
Bei dieser Variante bleibt die Beisetzung innerhalb eines bestehenden Friedhofs. Die Kommune oder der kirchliche Friedhofsträger legt fest, welche Bäume genutzt werden, wie viele Urnen dort Platz finden, wie lange das Nutzungsrecht gilt und ob eine Namenstafel erlaubt ist. Maßgeblich sind immer die örtliche Friedhofssatzung und Gebührenordnung.
Für den Landkreis Sömmerda ist eine solche konkrete Regelung öffentlich bislang nicht eindeutig auffindbar. Das kann sich ändern, sobald die zuständige Gemeinde ihre Satzung, Gebühren oder Belegungspläne veröffentlicht.
Der FriedWald Fahner Höhe liegt in einem naturbelassenen Waldgebiet. Die Urnen werden an ausgewählten Bäumen beigesetzt. Die Ruhezeiten unterscheiden sich nach Grabart: Für Basis- und Partnerplätze nennt FriedWald derzeit 20 Jahre, für einen Generationenbaum bis zu 99 Jahre. Eine individuelle Grabpflege ist nicht vorgesehen.
Auch im RuheForst werden Urnen in einem Waldgebiet an sogenannten RuheBiotopen beigesetzt. Die Kosten bestehen laut der offiziellen RuheForst-Übersicht aus dem Nutzungsrecht, dem Beisetzungsentgelt und gegebenenfalls der Namensnennung. Die Preise unterscheiden sich je nach Standort. Die offizielle Standortliste nennt unter anderem den RuheForst Geratal/Thüringer Wald in Thüringen. Einen bestätigten RuheForst-Preis für eine Anlage im Landkreis Sömmerda gibt es derzeit nicht.
Vor einer Entscheidung lohnt sich ein genauer Vergleich. Wichtig sind vor allem der konkrete Ort, die Erreichbarkeit, die Ruhezeit, die Zahl möglicher Beisetzungen am Baum und die Regeln für Namenstafeln oder Blumenschmuck. Auch sollte geklärt werden, wer die Beisetzung durchführt und welche Kosten zusätzlich zum Grabplatz entstehen.
Wer eine Baumbestattung für die eigene Vorsorge festlegen möchte, kann den gewünschten Ort und die persönlichen Vorstellungen schriftlich dokumentieren. Ein Vorsorgegespräch hilft dabei, die Entscheidung mit den Angehörigen zu besprechen und die organisatorischen sowie finanziellen Fragen frühzeitig zu klären.
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