Der Bestattungsreport 2026 zeigt, wie sich Erwartungen an Bestattungshäuser und die Branche verändern. Im Mittelpunkt stehen Beratung, Vertrauen, Preis-Leistung und neue Wege der Vorsorge, Themen, die Familien im Trauerfall und bei der Planung früh beschäftigen.

Der Bestattungsreport 2026 bündelt die Ergebnisse zweier Untersuchungen und betrachtet das Bestatterhandwerk aus Verbraucher- und Unternehmenssicht. Die Studie wurde von Christina Heldman-Fourberg erstellt und gemeinsam vom Bundesverband Deutscher Bestatter und der ADELTA.FINANZ AG unterstützt.
Für den Report wurden Daten von 245 Bestattungsunternehmen ausgewertet. Hinzu kamen die Rückmeldungen von 1.021 Verbraucherinnen und Verbrauchern. Die Unternehmensdaten entstanden im Rahmen einer Promotion am Düsseldorf Institute for Competition Economics der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Die Verbraucherangaben stammen aus einer Forsa-Umfrage, die der Bundesverband im September 2024 in Auftrag gegeben hatte.
Der Report ist damit keine individuelle Kostenberechnung für eine einzelne Bestattung. Er liefert vielmehr eine aktuelle Bestandsaufnahme: Welche Erwartungen haben Angehörige? Wie verändert sich die Nachfrage? Und vor welchen Aufgaben stehen Bestattungshäuser?
Ein veröffentlichter Ergebnisauszug des Bundesverbands zeigt, dass Beratung und persönlicher Eindruck für viele Menschen besonders wichtig sind. 62 Prozent wünschen sich demnach eine umfassende Beratung. 61 Prozent achten auf ein seriöses Auftreten, 52 Prozent auf persönliche Sympathie und 41 Prozent auf langjährige Erfahrung.
Diese Zahlen machen deutlich: Angehörige suchen im Trauerfall nicht nur eine organisatorische Dienstleistung. Sie wünschen sich Orientierung, Verlässlichkeit und einen Ansprechpartner, der zuhört und verständlich erklärt.
Gerade in den ersten Tagen nach einem Todesfall müssen viele Entscheidungen getroffen werden. Dazu gehören unter anderem die Bestattungsart, die Gestaltung der Abschiednahme und die Auswahl einzelner Leistungen. Eine ruhige Beratung kann helfen, Prioritäten zu setzen und Überforderung zu vermeiden.
Auch die Kosten bleiben ein wichtiges Thema. In einem weiteren veröffentlichten Ergebnisauszug legen 43 Prozent besonderen Wert auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. 37 Prozent achten vor allem auf den Gesamteindruck und die enthaltenen Leistungen. Nur 9 Prozent würden sich ausschließlich für das günstigste Angebot entscheiden.
Für Familien bedeutet das: Ein günstiges Angebot ist nicht automatisch ein gutes Angebot. Entscheidend ist, dass nachvollziehbar bleibt, welche Leistungen enthalten sind und welche Kosten möglicherweise zusätzlich entstehen. Transparente Aufstellungen und verständliche Beratung können dabei helfen, verschiedene Angebote fair zu vergleichen.
Das gilt auch für die Bestattungsvorsorge. Wer Wünsche und finanzielle Vorstellungen frühzeitig festhält, kann später leichter prüfen, welche Leistungen tatsächlich benötigt werden. Angehörige müssen im Ernstfall weniger grundsätzliche Entscheidungen allein treffen.
Der Report betrachtet den Wandel der Branche nicht nur unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Auch gesellschaftliche Entwicklungen, veränderte Familienstrukturen und technologische Innovationen spielen eine Rolle. Für Bestattungshäuser stellt sich damit die Frage, wie persönliche Begleitung und digitale Angebote sinnvoll zusammenfinden.
Für Angehörige kann Digitalisierung vor allem den Zugang zu Informationen erleichtern. Erste Fragen lassen sich online klären, Leistungen können übersichtlich dargestellt und Beratungstermine unkompliziert vereinbart werden. Die persönliche Begegnung bleibt dennoch wichtig, besonders dann, wenn individuelle Wünsche, religiöse Vorstellungen oder familiäre Situationen besprochen werden müssen.
Ein moderner Zugang bedeutet deshalb nicht zwingend, dass alles digital stattfindet. Er kann auch heißen, dass Informationen jederzeit verständlich verfügbar sind und die Familie selbst entscheidet, wann und in welcher Form sie Unterstützung in Anspruch nimmt.
Der Bestattungsreport zeigt: Vertrauen entsteht durch mehr als Fachwissen. Dazu gehören ein seriöses Auftreten, transparente Leistungen, persönliche Erreichbarkeit und eine Beratung, die zur jeweiligen Lebenssituation passt.
Wer vorsorgen möchte, muss dabei nicht sofort alle Einzelheiten festlegen. Ein erstes Gespräch kann genügen, um Wünsche zu ordnen, Bestattungsarten kennenzulernen und die finanziellen Möglichkeiten zu besprechen. Auch offene Fragen dürfen Teil einer solchen Beratung sein.
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