Ablauf einer Seebestattung von Erfurt aus
Eine Seebestattung folgt in der Regel einem festen Ablauf:
- Einäscherung und Überführung der Urne: Nach der Einäscherung in Thüringen, frühestens 48 Stunden nach dem Tod und nach der zweiten Leichenschau, wird die Asche in eine wasserlösliche Seeurne gefüllt und zur Reederei an die Küste gebracht.
- Abschied auf dem Wasser: Angehörige, die eine begleitete Beisetzung wünschen, fahren mit an Bord. An der Beisetzungsstelle wird eine persönliche Zeremonie abgehalten, mit Worten des Gedenkens, Musik oder dem Streuen von Blüten.
- Beisetzung der Urne: Die Urne wird außerhalb der Dreimeilenzone ins Wasser gelassen, sinkt zum Grund und löst sich dort auf. Die Position wird auf einer Seekarte vermerkt.
Die Zeremonie auf dem Wasser
Die Beisetzung erfolgt meist mit einem Schiff der Reederei. An der Beisetzungsposition stoppt das Schiff, und die Angehörigen versammeln sich zur Abschiedszeremonie. Nach einer Gedenkrede und Glockenschlägen wird die Flagge auf halbmast gesetzt und die Urne dem Meer übergeben. Danach umrundet das Schiff häufig die Beisetzungsstelle, bevor es den Rückweg antritt; auf der Rückfahrt werden oft Kaffee und Kuchen gereicht.
Was passiert bei schlechtem Wetter?
Die Reederei beobachtet die Wetterlage vorab genau. Ist die See zu unruhig, wird die Fahrt verschoben, damit die Zeremonie unter sicheren Bedingungen stattfinden kann.
Ist die Teilnahme an der Seebestattung erforderlich?
Nein, die Angehörigen entscheiden selbst, ob sie an Bord dabei sein möchten. Bei einer stillen Seebestattung setzt die Besatzung die Urne ohne Angehörige würdevoll bei.
Gedenken
Nach der Beisetzung erhalten die Angehörigen eine Seekarte mit den Koordinaten des Beisetzungsortes. Viele Reedereien bieten Gedenkfahrten an, bei denen die Beisetzungsstellen erneut angefahren werden.