Am 7. Juli 2026 ist in Mainhardt bei Schwäbisch Hall der 100. FriedWald-Standort eröffnet worden. Das 25-jährige Jubiläum zeigt, wie sichtbar die Baumbestattung geworden ist, und welche Fragen Familien bei einer naturverbundenen Bestattung früh klären sollten.

Mit dem FriedWald Mainhardt hat FriedWald am 7. Juli 2026 seinen 100. Standort in Deutschland eröffnet. Gleichzeitig blickt das Unternehmen auf 25 Jahre Entwicklung zurück: Der erste FriedWald entstand im Jahr 2001 im Reinhardswald bei Kassel. Aus dem damaligen Pilotprojekt ist ein bundesweites Netzwerk für Bestattungen in der Natur geworden.
Der neue Standort ist damit nicht nur eine lokale Erweiterung. Er steht auch für die zunehmende Bekanntheit naturverbundener Bestattungsformen. Für viele Menschen ist die Vorstellung wichtig, dass ein vertrauter Baum, der Wald und die wechselnden Jahreszeiten zu einem persönlichen Ort des Erinnerns werden.
Der FriedWald Mainhardt liegt im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald auf einer rund 22 Hektar großen Waldfläche. Der Standort befindet sich etwa 15 Kilometer südwestlich von Schwäbisch Hall und rund 35 Kilometer von Heilbronn entfernt. Der Mischwald umfasst unter anderem Buchen, Eichen, Hainbuchen, Kiefern und Fichten.
In Mainhardt wird ausschließlich die Asche Verstorbener an registrierten Bestattungsbäumen beigesetzt. Die Nutzungsordnung unterscheidet zwischen einem vollständigen Baum und einzelnen Plätzen an einem gemeinschaftlich genutzten Baum. Eine Beisetzung im Sarg ist an diesem Standort daher nicht vorgesehen.
Klassischer Grabschmuck, Grabsteine, Kränze und Kerzen sind nicht erlaubt. Die natürliche Umgebung übernimmt die Gestaltung der Ruhestätte. Eine dezente Namenstafel kann den Baum als persönlichen Erinnerungsort kennzeichnen. Für Menschen, die eine pflegefreie und zurückhaltende Grabgestaltung wünschen, kann dies ein wichtiger Gesichtspunkt sein.
Am Waldeingang befindet sich ein Andachtsplatz mit Bänken, Kreuz, Rednerpult und einer Möglichkeit, die Urne während der Trauerfeier aufzustellen. Der Abschied kann dort individuell gestaltet werden, beispielsweise mit Musik, Gesang oder persönlichen Beiträgen. Die Hauptwege sind laut FriedWald mit verdichtetem Schotter befestigt und auch für Rollstühle oder Rollatoren gut begehbar.
Träger des Friedhofs ist die Gemeinde Mainhardt. ForstBW bewirtschaftet das Waldgebiet und übernimmt die Betreuung vor Ort; die FriedWald GmbH ist für Konzept, Organisation und Verwaltung zuständig. Der Gemeinderat hatte die Nutzungsordnung am 20. Mai 2026 einstimmig beschlossen. Die Genehmigung für die Anlage war zuvor am 4. Februar 2026 durch das Landratsamt Schwäbisch Hall erteilt worden.
Eine Entscheidung für eine Baumbestattung muss nicht erst im Trauerfall getroffen werden. Interessierte können bereits zu Lebzeiten einen Baum oder einen einzelnen Platz auswählen. In Mainhardt ist eine Bestattung grundsätzlich auch für Menschen möglich, die nicht in der Gemeinde wohnen, sofern ein Nutzungsrecht erworben wurde.
Wichtig ist, die Unterschiede zwischen den Grabarten zu verstehen. Bei einem ganzen Baum können mehrere Plätze für Familien oder enge Freundeskreise vorgesehen sein. Einzelplätze liegen an gemeinschaftlich genutzten Bäumen. Die Standortseite nennt für einzelne Plätze derzeit eine Ruhezeit von 15 Jahren; bei anderen Grabarten gelten jeweils eigene Regelungen.
Auch die Kosten sollten Teil der Vorsorge sein. Auf der allgemeinen FriedWald-Kostenseite wird ein einzelner Platz derzeit ab 590 Euro genannt, ein ganzer Baum ab 2.890 Euro. Hinzu kommen im Trauerfall laut FriedWald 450 Euro für die Beisetzung. Die konkreten Preise können je nach Standort und Grabart abweichen. Kosten für Bestattungsunternehmen, Überführung, Formalitäten und gegebenenfalls eine Einäscherung sind davon getrennt zu betrachten.
Der 100. FriedWald-Standort macht sichtbar, dass sich die Formen des Abschieds in Deutschland weiter ausdifferenzieren. Eine Baumbestattung kann zu Menschen passen, die Naturverbundenheit, einen schlichten Erinnerungsort und möglichst wenig laufende Grabpflege wünschen. Für andere bleibt ein klassischer Friedhof, eine kirchliche Trauerfeier oder eine andere Bestattungsform der passendere Weg.
Entscheidend ist deshalb nicht die Zahl der Standorte, sondern die persönliche Vorstellung von einem würdevollen Abschied. Wer sich früh informiert, kann in Ruhe prüfen, welche Grabart, welcher Ort und welcher Ablauf zu den eigenen Wünschen und zur familiären Situation passen.
Wenn Sie wissen möchten, wie eine Baumbestattung abläuft und welche Leistungen und Kosten insgesamt zu berücksichtigen sind, können Sie sich unverbindlich beraten lassen. Memovida unterstützt Sie auf Wunsch bei der Planung und bei der Organisation einer persönlichen Bestattung in der Natur.
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