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Niedersachsen
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Nördliches Emsland: Papenburg und Sustrum
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Krematorien im nördlichen Emsland: Pläne 2026

Im nördlichen Emsland werden zwei Krematorien geplant: in Papenburg-Aschendorf und in Sustrum-Moor. Während in Papenburg erste Planungen vorgestellt wurden, ist Sustrum im Bauleitverfahren weiter, ein Baubeginn oder verbindlicher Eröffnungstermin steht aber noch nicht fest.

Veröffentlicht am
September 7, 2026
Lesezeit: 4 Min.

Krematorien im nördlichen Emsland: zwei Projekte im Vergleich

Im nördlichen Emsland sind zwei Krematorien in Planung: eines im Papenburger Ortsteil Aschendorf und eines in Sustrum-Moor. Nach dem derzeit öffentlich dokumentierten Stand vom 7. September 2026 befindet sich keines der beiden Vorhaben im Betrieb. In Papenburg steht der politische Entscheidungs- und Genehmigungsprozess noch am Anfang, während Sustrum bereits einen weiter fortgeschrittenen Bauleitplan veröffentlicht hat.

Papenburg-Aschendorf: erste Planungen vorgestellt

Die Stadt Papenburg informierte am 5. Februar 2026 gemeinsam mit der Facultatieve Deutschland GmbH über ein mögliches Krematorium. An der Veranstaltung in Aschendorf nahmen nach Angaben der Stadt rund 300 Bürgerinnen und Bürger teil. Der bevorzugte Standort liegt zwischen der Emsstraße und der Bundesstraße 70. Eine endgültige Entscheidung für diesen Standort ist jedoch noch nicht getroffen.

Als möglicher Betreiber und Vorhabenträger wird die Facultatieve Deutschland GmbH genannt. Nach dem FAQ der Stadt ist zunächst ein Ofen vorgesehen. Die Planung geht von etwa 2.000 Einäscherungen pro Jahr aus; eine Einäscherung soll ungefähr 75 Minuten dauern. Außerdem werden sechs bis sieben Arbeitsplätze erwartet. Diese Angaben stammen aus der frühen Projektbeschreibung und stellen noch keine genehmigte Betriebsgröße dar.

Die Stadt begründet das Vorhaben vor allem mit kürzeren Wegen für Angehörige. Als Standortkriterien werden eine gute Verkehrsanbindung, eine Lage außerhalb dichter Wohnbebauung und eine bereits vorhandene Infrastruktur genannt. Das Krematorium soll ausschließlich der Einäscherung dienen. Ein Friedwald oder ein Kolumbarium ist nach den derzeitigen Planungen nicht vorgesehen. Die spätere Beisetzung würde weiterhin auf Friedhöfen oder anderen dafür zugelassenen Anlagen erfolgen.

Sustrum-Moor: Bauleitplanung deutlich weiter

In Sustrum läuft das Verfahren seit 2025. Der Gemeinderat fasste am 12. März 2025 den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 27 „Krematorium“. Das Plangebiet liegt im Ortsteil Sustrum-Moor westlich der Kreisstraße 147, der Nord-Süd-Straße. Südöstlich schließt sich das Gewerbegebiet Sustrumer Moor Teil I an.

Am 20. Mai 2026 beschloss der Rat der Gemeinde Sustrum, den Planentwurf zu veröffentlichen. Die öffentliche Beteiligung lief vom 8. Juni bis einschließlich 9. Juli 2026. Parallel wurde die 52. Änderung des Flächennutzungsplans der Samtgemeinde Lathen veröffentlicht. Sie sieht ein Krematorium auf dem Gelände des bestehenden Friedhofs im Ortsteil Sustrum-Moor vor.

Zum Verfahren gehören unter anderem Gutachten zu Schall, Gerüchen und Luftschadstoffen, Entwässerung, Baugrund sowie Natur- und Artenschutz. Damit sollen mögliche Auswirkungen auf Menschen, Umwelt und Landschaft geprüft werden. Ein Betreiber, eine konkrete Kapazität und ein verbindlicher Baubeginn werden in den aktuell zugänglichen amtlichen Bekanntmachungen nicht genannt.

Warum werden zwei Standorte diskutiert?

Sustrum verweist in der Begründung zum Bebauungsplan auf die derzeitigen Wege zu Krematorien in Lingen-Brögbern, Emden, Osnabrück und Oldenburg. Nach Darstellung der Gemeinde können dadurch längere Anfahrten und Wartezeiten entstehen. Auch Papenburg nennt die bessere Erreichbarkeit und eine mögliche Entlastung der Angehörigen als Gründe für ein wohnortnahes Angebot.

Die räumliche Nähe beider Projekte ist dennoch ein Thema. Der NDR berichtete im Februar 2026, dass zwischen Papenburg und Sustrum nur eine vergleichsweise kurze Fahrstrecke liegt. Damals wurde für Sustrum eine mögliche Genehmigungsreife im Sommer 2026 und ein möglicher Baubeginn Ende 2026 oder Anfang 2027 genannt. Die später veröffentlichten amtlichen Unterlagen bestätigen jedoch keinen dieser Termine.

Was bedeutet das für Angehörige?

Für Familien im Emsland ändert sich durch die Planungen zunächst nichts am bestehenden Ablauf einer Feuerbestattung. Ob ein Krematorium genutzt wird, hängt weiterhin von der individuellen Entscheidung, den verfügbaren Kapazitäten und der Organisation durch das beauftragte Bestattungsunternehmen ab.

Auch bei einem neuen Standort bestehen die Gesamtkosten einer Bestattung aus mehreren Bestandteilen. Dazu gehören unter anderem die Leistungen des Bestattungsunternehmens, die Überführung, die Einäscherung, die Urne, die Trauerfeier und die Grabstelle. Die Stadt Papenburg nennt im Projekt-FAQ für eine reine Einäscherung übliche Kosten von etwa 400 bis 600 Euro. Eine verbindliche Gebührenordnung für das geplante Krematorium gibt es bislang nicht.

Wie geht es weiter?

In Sustrum müssen die Ergebnisse der Beteiligung und der Fachgutachten in das weitere Bauleitplanverfahren einfließen. In Papenburg stehen dagegen zunächst weitere Gespräche mit dem möglichen Vorhabenträger sowie politische Beratungen und ein Genehmigungsverfahren an. Einen belastbaren Eröffnungstermin gibt es für keines der beiden Projekte.

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Quellen

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Fragen & Antworten

Wo sollen die beiden neuen Krematorien entstehen?

Ist der Bau des Krematoriums in Papenburg bereits beschlossen?

Wie weit ist das Projekt in Sustrum?

Wie viele Einäscherungen sind in Papenburg geplant?

Wird es bei den geplanten Krematorien auch Friedwälder oder Kolumbarien geben?

Was kostet eine Feuerbestattung?