Im Ehrener Forst hat sich in Löningen ein neuer Ort des Abschieds entwickelt: Der kommunale Bestattungswald ergänzt die klassischen Friedhöfe um eine naturnahe Möglichkeit der Urnenbeisetzung. Für Familien sind dabei vor allem Regeln, Ruhezeiten und Gebühren wichtig.

Im Ehrener Forst ist in Löningen ein kommunaler Bestattungswald als zusätzliche Form der Urnenbeisetzung entstanden. Die Stadt Löningen ist Trägerin und Betreiberin der öffentlichen Einrichtung. Der Bestattungswald soll die herkömmlichen Friedhöfe nicht ersetzen, sondern Familien eine weitere Möglichkeit für einen persönlichen Abschied bieten.
Die Entwicklung begann bereits Ende 2024. Nach Angaben der „OM“ waren damals der Pachtvertrag unterzeichnet und erste Bauarbeiten angelaufen. Im August 2025 berichtete das Regionalmedium, dass die letzten Vorbereitungen für die Eröffnung liefen. Am 1. September 2025 beschloss der Rat der Stadt Löningen die Bestattungswaldsatzung einstimmig.
Dass der Bestattungswald inzwischen praktisch genutzt wird, zeigt eine öffentlich zugängliche Traueranzeige aus dem Jahr 2026: Für den 7. März 2026 wurde dort eine Trauerfeier mit anschließender Urnenbeisetzung am Andachtsplatz angekündigt. Eine belastbare, öffentlich veröffentlichte Gesamtzahl der bisherigen Beisetzungen konnte in der Recherche jedoch nicht bestätigt werden.
Auch über Löningen hinaus passt das Angebot zu einer Entwicklung in der Bestattungskultur. Der Bundesverband Deutscher Bestatter beschreibt die Baumbestattung laut SWR inzwischen als etablierte Möglichkeit, sowohl in Bestattungswäldern als auch auf klassischen Friedhöfen.
Im Bestattungswald sind ausschließlich Urnenbeisetzungen vorgesehen. Die Asche wird in einer biologisch abbaubaren Urne im Wurzelbereich des Bewuchses beigesetzt. Die Überdeckung der Urne mit Erde muss mindestens 0,50 Meter betragen. Eine anonyme Bestattung ist nach der Satzung nicht vorgesehen, weil die Stadt ein Register über die Grabstätten und ihre Belegung führt.
Angeboten werden einzelne Grabplätze an einem Gemeinschaftsbaum sowie Familien- und Freundschaftsbäume. Für einzelne Plätze am Gemeinschaftsbaum gilt eine Ruhezeit von 25 Jahren. Bei einem Familien- oder Freundschaftsbaum beträgt sie 50 Jahre. Eine Verlängerung ist jeweils um fünf Jahre möglich, sofern der Antrag rechtzeitig gestellt wird.
Das Erscheinungsbild des Waldes soll möglichst unverändert bleiben. Deshalb sind Kränze, Grabschmuck, Blumen, Kerzen, Lampen und eigene Markierungen nicht erlaubt. Auf Wunsch kann die Stadt ein Markierungsschild am Baum anbringen. Trauerfeiern finden an einer dafür vorgesehenen Stelle im Freien statt.
Diese Regeln können entlastend wirken, weil eine regelmäßige Grabpflege oder die Gestaltung eines Grabmals entfällt. Gleichzeitig sollten Familien bedenken, dass ein Wald nicht immer barrierefrei oder bei jeder Witterung uneingeschränkt begehbar ist. Auch der Ort für eine Trauerfeier unterscheidet sich von einer Kirche oder einer klassischen Friedhofskapelle.
Die öffentlich zugängliche Gebührenkalkulation für den Zeitraum vom 1. Januar 2026 bis zum 31. Dezember 2028 weist für einzelne Grabstätten am Gemeinschaftsbaum 314 Euro bei einem Stammdurchmesser bis 30 Zentimetern und 471 Euro bei einem größeren Baum aus. Für einen Familien- oder Freundschaftsbaum nennt die Kalkulation 2.353 Euro beziehungsweise 3.530 Euro, jeweils abhängig vom Stammdurchmesser.
Zusätzlich werden in der Kalkulation unter anderem 146 Euro für die Organisation der Beisetzung, 127,63 Euro für die Herstellung des Urnengrabes und 15 Euro für ein Namensschild ausgewiesen. Die Organisationsgebühr wird dabei ausdrücklich ohne Kosten für Bestatter, Urne und Namenstafel angegeben. Die Zahlen sind daher keine vollständige Gesamtrechnung für eine Bestattung, sondern einzelne kommunale Gebührenpositionen beziehungsweise kalkulierte Obergrenzen.
Für Angehörige ist es sinnvoll, die Kosten frühzeitig aufzuschlüsseln. Neben dem Nutzungsrecht können Leistungen des Bestattungsunternehmens, die Einäscherung, die Urne, Dokumente und die Gestaltung der Abschiedsfeier hinzukommen. Ein transparentes Beratungsgespräch hilft, die einzelnen Bestandteile voneinander zu unterscheiden.
Wenn Sie in Löningen oder im Landkreis Cloppenburg über eine Baumbestattung nachdenken, beraten wir Sie gerne kostenlos und in Ruhe. Memovida erklärt Ihnen, welche Leistungen enthalten sind, welche Gebühren am gewünschten Ort anfallen und wie sich der Abschied persönlich gestalten lässt.
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