Im Waldgebiet „Steinberg“ bei Basdorf soll ein neuer Bestattungswald entstehen. Vöhl treibt dafür die Bauleitplanung voran; eine Eröffnung gibt es aber noch nicht. Für Angehörige und Vorsorgende ist wichtig, was bereits feststeht – und welche Alternativen heute bestehen.

Im Waldgebiet „Steinberg“ in der Gemarkung Basdorf soll ein neuer Bestattungswald entstehen. Die Nationalparkgemeinde Vöhl bereitet dafür derzeit die notwendigen planungsrechtlichen Schritte vor.
Der Haupt- und Finanzausschuss empfahl am 10. August 2026 einstimmig, den Bebauungsplan „Bestattungswald Steinberg“ aufzustellen und den Flächennutzungsplan zu ändern. Außerdem soll die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden nach den Vorgaben des Baugesetzbuchs eingeleitet werden. Für die Gemeindevertretung stand die Entscheidung am 24. August 2026 auf der Tagesordnung.
Damit ist das Vorhaben einen wichtigen Schritt weiter. Eine endgültige Genehmigung oder ein Eröffnungstermin liegt jedoch noch nicht vor.
Das geplante Areal umfasst rund 42,8 Hektar. Vorgesehen ist der Bestattungswald auf Teilen der Flurstücke 1/1, 35/5, 1/4 und 2/1 in der Flur 10 beziehungsweise 11 der Gemarkung Basdorf.
Waldeigentümerin soll die Waldeckische Domanialverwaltung sein. Die FriedWald GmbH ist als Verwaltungshelferin vorgesehen. Die öffentlich-rechtliche Trägerschaft soll bei der Gemeinde Vöhl liegen. Das bedeutet: Die Gemeinde bleibt für die rechtlichen Rahmenbedingungen des Friedhofs zuständig, während die praktische Verwaltung in Zusammenarbeit mit FriedWald organisiert werden soll.
Der Wald soll grundsätzlich erhalten bleiben und weiterhin forstwirtschaftlich genutzt werden. Die Planung sieht nur wenige zusätzliche Anlagen vor. Dazu gehört ein Versammlungs- und Andachtsplatz mit höchstens 200 Quadratmetern. Zu einem späteren Zeitpunkt könnte ein zweiter Andachtsplatz hinzukommen. Der notwendige Stellplatzbedarf soll über den bereits vorhandenen Parkplatz am nördlichen Rand des Plangebiets gedeckt werden.
Wie bei anderen FriedWald-Standorten würden Urnen unter Bäumen beigesetzt. Angehörige könnten den Ort für eine persönliche Abschiednahme nutzen, während die Grabpflege weitgehend der Natur überlassen bleibt. Die konkreten Grabarten, Ruhezeiten und Entgelte für Basdorf stehen allerdings noch nicht fest.
Eine verbindliche Eröffnung nennt die Gemeinde bisher nicht. Die aktuellen Unterlagen zeigen, dass zunächst der Bebauungsplan und die Änderung des Flächennutzungsplans bearbeitet werden müssen. Danach folgen weitere Beteiligungs- und Genehmigungsschritte. Auch Umweltprüfung, Abwägung der Stellungnahmen und die spätere Beschlussfassung sind Teil des Verfahrens.
Ein Bericht der HNA vom 26. März 2025 verwies darauf, dass allein die Aufstellung eines Bebauungsplans etwa 16 bis 18 Monate dauern könne. Bei günstigem Verlauf seien erste Bestattungen damals in ungefähr zwei Jahren für denkbar gehalten worden. Dieser Zeitrahmen ist jedoch keine aktuelle Zusage. Da sich das Projekt im August 2026 weiterhin in der Planungsphase befindet, sollten Familien nicht mit einem festen Eröffnungstermin rechnen.
Wer eine Waldbestattung in der Region plant, muss nicht auf den möglichen Standort in Basdorf warten. Eine bereits eröffnete Möglichkeit ist der FriedWald Ohetal im Schwalm-Eder-Kreis. Der Standort in Frielendorf wurde am 13. Dezember 2025 eröffnet und umfasst 4,8 Hektar. Dort stehen unter anderem Buchen, Hainbuchen, Eichen und Ahornbäume zur Verfügung.
Die online veröffentlichte Preistabelle des FriedWald Ohetal nennt derzeit Einzelplätze ab 590 Euro. Generationen- und Partnerbäume kosten dort je nach Auswahl zwischen 2.890 und 7.490 Euro. Hinzu kommen derzeit 450 Euro für die Beisetzung. FriedWald weist außerdem darauf hin, dass Leistungen des Bestattungshauses, etwa Behördengänge und die Einäscherung, gesondert berechnet werden. Die Preise können sich ändern und sollten vor einer Entscheidung aktuell geprüft werden.
Eine weitere bestehende Möglichkeit im nordhessischen Raum ist der RuheForst Bad Arolsen. Dort können sich Interessierte zu Lebzeiten informieren und eine Ruhestätte im Wald auswählen. Für Familien ist neben den Kosten auch wichtig, wie gut der Ort erreichbar ist und ob die Wege, die Ausstattung und die Form der Trauerfeier zu den eigenen Vorstellungen passen.
Wer eine Waldbestattung wünscht, kann bereits zu Lebzeiten festlegen, welche Region, welche Grabart und welcher finanzielle Rahmen infrage kommen. Eine frühzeitige Beratung nimmt Angehörigen später Entscheidungen ab und schafft Klarheit über die Gesamtkosten.
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