Nahe dem Ortsteil Steinfeld in der Gemeinde Straufhain nimmt der erste Bestattungswald im Landkreis Hildburghausen Gestalt an. Erste Beisetzungen sind für 2027 vorgesehen. Ein fester Eröffnungstermin und konkrete Gebühren wurden bislang jedoch nicht veröffentlicht.

Der Bestattungswald Steinfeld soll künftig eine naturnahe Form der Urnenbeisetzung im Landkreis Hildburghausen ermöglichen. Die Gemeinde Straufhain arbeitet seit mehreren Jahren an dem Projekt. Nach einer aktuellen Information aus der Gemeinderatssitzung vom 22. September 2026 nimmt das Vorhaben nun konkretere Formen an. Erste Beisetzungen könnten im Jahr 2027 stattfinden.
Der geplante Bestattungswald liegt in der Nähe des Ortsteils Steinfeld, unweit des Berglochs. Nach Angaben der Gemeinde und regionaler Berichterstattung soll dort der erste Bestattungswald im Landkreis Hildburghausen entstehen. Urnen werden dabei nicht in klassischen Grabfeldern, sondern im Umfeld ausgewählter Bäume beigesetzt.
Das Konzept richtet sich an Menschen, die sich für einen stillen Abschied in der Natur interessieren. Im Mittelpunkt stehen die Bäume und die gewachsene Umgebung. Auf Grabsteine und dauerhaften Grabschmuck soll verzichtet werden. Vorgesehen sind biologisch abbaubare Urnen. Die Natur selbst bildet den Rahmen der Ruhestätte.
Trotz des naturnahen Charakters soll die Erinnerung persönlich bleiben. Nach der bisherigen Planung ist keine anonyme Bestattung vorgesehen. An den einzelnen Grabstellen soll eine kleine Metallplatte mit dem Namen sowie den Geburts- und Sterbedaten angebracht werden. Angehörige erhalten damit einen sichtbaren Ort des Gedenkens, ohne dass eine aufwendige Grabpflege notwendig ist.
Die Idee für den Bestattungswald wurde nach Angaben des Bürgermeisters bereits 2021 vorgestellt. 2023 fasste der Gemeinderat demnach den Beschluss, einen solchen Ort in der Gemeinde zu schaffen. Seitdem wurden die Vorbereitungen weitergeführt. Dazu gehören unter anderem Arbeiten im Wald, die Gestaltung der Wege und die Planung eines Andachtsplatzes für Trauerfeiern.
Vor der ersten Beisetzung müssen außerdem die rechtlichen und organisatorischen Voraussetzungen abgeschlossen werden. Dazu zählen eine passende Friedhofssatzung, erforderliche Genehmigungen und die genaue Festlegung der späteren Gestaltung. Die aktuelle Berichterstattung nennt deshalb weiterhin kein verbindliches Eröffnungsdatum, sondern stellt erste Beisetzungen im Jahr 2027 lediglich in Aussicht.
Auch die Gebühren für eine Grabstelle und die Beisetzung sind bislang nicht veröffentlicht. In einem Bericht aus dem Jahr 2025 wurde mitgeteilt, dass die Gemeinde rund 50.000 Euro in die Vorbereitung des Bestattungswaldes investiert. Die späteren Nutzungsentgelte sollten sich an vergleichbaren Bestattungswäldern orientieren. Als mögliche Ruhezeit wurden damals mindestens 20 Jahre genannt.
Für Familien bedeutet das: Der Wunsch nach einer Beisetzung im neuen Wald kann bereits in die persönliche Vorsorge aufgenommen werden. Eine verbindliche Auswahl einer Grabstelle oder eine Reservierung ist jedoch erst möglich, wenn die kommunalen Regelungen und das Gebührenmodell feststehen.
Ein Bestattungswald unterscheidet sich in mehreren Punkten von einem herkömmlichen Friedhof. Die Grabpflege durch Angehörige entfällt weitgehend. Blumen, Kränze und andere dauerhafte Dekorationen sind in der Regel nicht vorgesehen. Gleichzeitig bleibt die Grabstelle einem konkreten Baum zugeordnet und soll durch eine Namensplatte erkennbar sein.
Für manche Menschen ist genau diese Verbindung wichtig: Der Wald bietet Ruhe und Natürlichkeit, während Name und Lebensdaten einen persönlichen Bezug bewahren. Angehörige können den Ort besuchen, ohne regelmäßig Pflegearbeiten übernehmen zu müssen.
Wer sich für eine Baumbestattung interessiert, muss nicht zwingend bis zur möglichen Eröffnung in Steinfeld warten. In Hildburghausen und der näheren Umgebung gibt es bereits Möglichkeiten für naturnahe Urnenbeisetzungen in ausgewiesenen Bestattungswäldern oder auf entsprechenden Friedhofsflächen.
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