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Friedhof Netphen: Petition gegen geplante Schließung

Die geplante Schließung des evangelischen Friedhofs in Netphen beschäftigt viele Familien. Eine Petition fordert mehr Transparenz und Alternativen. Zugleich stellt sich für Angehörige die wichtige Frage, welche Grabrechte, Beisetzungen und Möglichkeiten künftig bestehen bleiben.

Veröffentlicht am
August 10, 2026
Lesezeit: 4 Min.

Die geplante Schließung des evangelischen Friedhofs in Netphen beschäftigt viele Familien. Eine Petition fordert mehr Transparenz und Alternativen. Zugleich stellt sich für Angehörige die wichtige Frage, welche Grabrechte, Beisetzungen und Möglichkeiten künftig bestehen bleiben.

Der Friedhof Netphen soll nach dem derzeit bekannten Stand zum 31. Dezember 2026 unter der Trägerschaft der Evangelisch-Reformierten Kirchengemeinde Dreieinigkeit geschlossen beziehungsweise stillgelegt werden. Die Entscheidung sorgt bei Angehörigen und Nutzungsberechtigten für Sorge, besonders bei Menschen, die bereits ein Familien- oder Doppelgrab erworben haben. Eine bereits vollzogene Entwidmung ist in den bislang veröffentlichten Quellen dagegen nicht bestätigt.

Friedhof Netphen: Petition fordert Aufklärung

Der Protest aus der Bürgerschaft hat sich im Frühjahr 2026 formiert. Die Online-Petition „Erhaltung des evangelischen Friedhofes Netphen“ wurde am 3. Juni 2026 gestartet und richtet sich an das Presbyterium der Kirchengemeinde Dreieinigkeit. Gefordert werden unter anderem Informationen zu den finanziellen Hintergründen, eine Darstellung bisher geprüfter Lösungen und ein offenes Gespräch über Alternativen, beispielsweise über einen Förderverein. Die Sammlung soll nach Angaben von openPetition bis zum 2. Dezember 2026 laufen.

Auch die Bildung einer Bürgerinitiative wurde angekündigt. Bei der zweiten Informationsveranstaltung am 14. Juli 2026 in der Martini-Kirche blieben nach Berichten von wirSiegen jedoch viele Fragen offen. Eine endgültige Lösung oder eine Entscheidung über eine mögliche Übernahme durch die Stadt Netphen wurde dort demnach nicht bekanntgegeben.

Unterschiedliche Angaben zur finanziellen Situation

Die Kirchengemeinde begründet die geplante Schließung mit den wirtschaftlichen Belastungen des Friedhofs. In einem regionalen Bericht vom Mai 2026 wurde ein jährliches Defizit von rund 40.000 Euro genannt. Bei der zweiten Informationsveranstaltung legte das Kreiskirchenamt laut wirSiegen dagegen Zahlen vor, nach denen sich in den vergangenen Jahren ein Defizit von mehr als 200.000 Euro angesammelt habe. Für die kommenden 15 beziehungsweise 30 Jahre wurde dort eine Belastung im Millionenbereich prognostiziert.

Die Interessengemeinschaft Evangelischer Friedhof bewertete die Lage laut demselben Bericht anders. Auf Grundlage aktueller Zahlen sei für 2026 sogar ein ausgeglichenes Ergebnis möglich. Diese unterschiedlichen Berechnungen sind ein wesentlicher Grund für die Forderung nach nachvollziehbaren Unterlagen und einer transparenten Diskussion.

Was bedeutet die geplante Schließung für Angehörige?

Eine Schließung bedeutet nach den bisher veröffentlichten Informationen nicht, dass bestehende Gräber sofort geräumt werden. Die Kirchengemeinde erklärt, dass der Zugang zum Friedhof und die individuelle Grabpflege bis zum Ablauf der jeweiligen Nutzungsrechte ermöglicht werden sollen. Eine konkrete Jahreszahl wurde bei der Veranstaltung mit 2065 genannt, diese Angabe stammt allerdings aus einem regionalen Veranstaltungsbericht und wird im Fragenpapier der Kirchengemeinde nicht ausdrücklich bestätigt. Dort ist allgemein vom Ablauf der Nutzungsrechte die Rede.

Für neue Beisetzungen gelten bereits Einschränkungen. Nach Angaben der Kirchengemeinde sind derzeit Urnenbeisetzungen möglich, darunter Beibelegungen in bestehenden Doppelgräbern und Beisetzungen in Einzelurnengräbern. Die konkrete Ausgestaltung der weiteren Schließungsphase sei noch nicht abgeschlossen. Für Familien mit bestehenden Doppelgräbern kann das besonders belastend sein, wenn eine spätere gemeinsame Beisetzung geplant war.

Noch nicht verbrauchte Entgelte sollen erstattet werden, wenn Vereinbarungen im Zuge der Schließung zurückgegeben werden müssen. Umbettungen durch die Kirchengemeinde sind laut dem veröffentlichten Fragenpapier dagegen nicht vorgesehen. Angehörige sollten deshalb ihre Unterlagen prüfen und sich schriftlich bestätigen lassen, welche Rechte für das jeweilige Grab bestehen.

Welche Alternativen gibt es in Netphen?

Die Kirchengemeinde weist auf weitere Friedhöfe in Netphen hin. Außerdem wurde nach ihren Angaben bestätigt, dass auch evangelische Christinnen und Christen auf dem katholischen Friedhof in Netphen bestattet werden können. Welche Grabarten, Ruhezeiten und Gebühren dort gelten, hängt vom jeweiligen Friedhofsträger ab und sollte im Einzelfall direkt erfragt werden.

Für eine Entscheidung sind mehrere Punkte wichtig: Soll eine Erd- oder Feuerbestattung erfolgen? Wird ein Familiengrab, ein Einzelgrab, ein Urnengrab oder eine pflegearme Grabform gewünscht? Wie weit soll der Friedhof vom Wohnort der Angehörigen entfernt sein? Und welche laufenden Kosten entstehen für Grabpflege, Verlängerungen und spätere Einebnung?

Wer in Netphen oder im Siegerland betroffen ist, muss nicht sofort eine Entscheidung treffen. Sinnvoll ist es, zunächst die eigenen Grabunterlagen zusammenzustellen, die Kirchengemeinde nach dem aktuellen Stand zu fragen und mögliche Friedhöfe miteinander zu vergleichen.

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Quellen

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Fragen & Antworten

Wann soll der evangelische Friedhof in Netphen geschlossen werden?

Was passiert mit bestehenden Grabstätten?

Sind auf dem Friedhof Netphen weiterhin Beisetzungen möglich?

Was geschieht mit bereits bezahlten, aber nicht genutzten Grabrechten?

Gibt es Alternativen zum evangelischen Friedhof in Netphen?

Wie lange läuft die Petition zum Friedhof Netphen?