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Rheurdt, Kreis Kleve
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Friedhof Rheurdt 2026: Was der Plan bedeutet

Der Friedhofsentwicklungsplan Rheurdt soll die kommunalen Friedhöfe langfristig an den Bedarf anpassen. Öffentlich zugängliche Unterlagen bestätigen Flächenreserven und eine geplante Planung für 2026 – eine sofortige Schließung oder ein bereits beschlossener Abbau um ein Viertel ist daraus jedoch nicht abzuleiten.

Veröffentlicht am
September 21, 2026
Lesezeit: 5 Min.

Friedhof Rheurdt: Langfristige Planung statt sofortiger Schließung

In Rheurdt soll die Entwicklung der Friedhöfe neu betrachtet werden. Die Gemeinde plant für das Jahr 2026 ein Verfahren mit Unterstützung eines Planungsbüros. Dabei sollen Kennzahlen, Flächenplanung, Friedhofsentwicklung und nachfrageorientierte Bestattungsangebote gemeinsam untersucht werden.

Nach den öffentlich zugänglichen Unterlagen geht es damit zunächst um eine langfristige Neuordnung. Eine sofortige Schließung der Friedhöfe oder eine kurzfristige Veränderung bestehender Grabstätten ist daraus nicht abzuleiten.

Welche Friedhöfe in Rheurdt betroffen sind

Die Gemeinde Rheurdt unterhält zwei kommunale Friedhöfe: den Zentralfriedhof im Bereich Hochend/Bongartzsteg und den alten Friedhof am Burgweg. Zusätzlich gibt es in Schaephuysen einen kirchlichen Friedhof der katholischen Kirchengemeinde St. Martinus.

Im Entwurf des Haushaltsplans 2025 werden für den Friedhof Burgweg rund 9.180 Quadratmeter und für den Zentralfriedhof rund 18.820 Quadratmeter ausgewiesen. Für 2025 führt der Haushaltsentwurf außerdem 48 Beerdigungen als Kennzahl auf. Diese Angaben zeigen, dass die Gemeinde mehrere Friedhofsstandorte mit unterschiedlich genutzten Flächen dauerhaft unterhalten muss.

Warum Flächen neu bewertet werden

Die überörtliche Prüfung der Gemeinde Rheurdt beschreibt eine veränderte Bestattungskultur. Urnenbestattungen und pflegearme Grabarten werden stärker nachgefragt, während auf Friedhöfen zunehmend ungenutzte Flächen entstehen können. Für Kommunen bedeutet das: Sie müssen Pflege, Wege, Grünanlagen und Trauerhallen langfristig mit den tatsächlichen Bestattungszahlen in Einklang bringen.

Auch in Rheurdt zeigt sich ein gemischtes Bild. Zwischen 2019 und 2022 schwankte der Anteil der Urnenbestattungen auf den kommunalen Friedhöfen zwischen 44,07 und 57,58 Prozent. Im Jahr 2022 lag er bei 52 Prozent. Die Entwicklung verläuft also nicht jedes Jahr gleich, weist aber auf einen hohen Bedarf an urnenbezogenen und flächensparenden Angeboten hin.

Was bedeutet der Friedhofsentwicklungsplan Rheurdt für Angehörige?

Für Familien ist vor allem wichtig, zwischen einer Planung und einer konkreten Friedhofsaufhebung zu unterscheiden. Ein Entwicklungsplan legt zunächst fest, wie Flächen künftig genutzt werden könnten. Er beendet nicht automatisch bestehende Grabnutzungsrechte.

Die gpaNRW beschreibt für eine bestimmte Grabreihe auf dem alten Friedhof am Burgweg bereits heute eine Einschränkung: Wegen einer Grundwasserproblematik werden dort keine neuen Nutzungsrechte vergeben. Eine Beisetzung von Ehepartnern in bereits vorhandenen Grabstellen bleibt nach dem Prüfbericht möglich. Erst wenn sämtliche Nutzungsrechte ausgelaufen sind, soll diese Fläche in eine Grünfläche umgewandelt werden.

Für Angehörige bedeutet das: Bestehende Grabstätten sollten nicht vorschnell als gefährdet angesehen werden. Entscheidend ist, welche Grabstelle betroffen ist, wie lange das Nutzungsrecht noch läuft und welche Regelungen die jeweils geltende Friedhofssatzung vorsieht. Bei einem konkreten Anliegen ist deshalb die Friedhofsverwaltung der Gemeinde die erste verlässliche Anlaufstelle.

Keine pauschale Entscheidung für alle Grabstätten

Der Prüfbericht stellt außerdem fest, dass auf dem Friedhof Burgweg größere Belegungslücken vorhanden sind. Auf dem Zentralfriedhof wurden solche Lücken in geringerem Umfang beobachtet. Eine verbindliche, langfristige Belegungsplanung lag zum Zeitpunkt der Prüfung noch nicht vor.

Das spricht dafür, dass mögliche Veränderungen schrittweise erfolgen würden. Bereiche könnten nach Ablauf bestehender Nutzungsrechte anders gestaltet werden, während andere Grabfelder weiterhin für Bestattungen zur Verfügung stehen. Welche Flächen künftig konkret genutzt, umgestaltet oder freigehalten werden, soll gerade durch die geplante Friedhofsentwicklung geklärt werden.

Was Sie jetzt für die Vorsorge beachten können

Wer selbst vorsorgen oder Angehörige unterstützen möchte, kann die Entwicklung zum Anlass nehmen, die eigenen Wünsche schriftlich festzuhalten. Dazu gehören insbesondere:

  • Erd- oder Feuerbestattung,
  • gewünschte Grabart und Pflegeaufwand,
  • bevorzugter Friedhof oder regionaler Bezug,
  • Wünsche für Trauerfeier und Abschied,
  • Finanzierung und Zuständigkeiten.

Eine Vorsorgeentscheidung muss dabei nicht allein von aktuellen Friedhofsflächen abhängen. Wichtiger ist, dass die eigenen Wünsche verständlich dokumentiert sind und Angehörige wissen, wo sie die Unterlagen finden.

Welche Bestattungsform zu Ihnen oder Ihrer Familie passt, lässt sich in Ruhe besprechen. Memovida vergleicht Erd-, Feuer- und Baumbestattung transparent und unterstützt Sie auch bei der Vorsorge. Eine kostenlose Beratung kann helfen, offene Fragen zu Grabdauer, Pflege und Kosten frühzeitig zu klären.

Quellen

Fragen & Antworten

Werden in Rheurdt jetzt sofort Friedhofsflächen geschlossen?

Was geschieht mit bestehenden Grabnutzungsrechten?

Können Ehepartner weiterhin in einem bestehenden Grab beigesetzt werden?

Welche Friedhöfe gibt es in Rheurdt?

Warum werden Friedhofsflächen langfristig neu geplant?

Wo erhalten Angehörige Auskunft zu einer konkreten Grabstelle?