Friedhofsgebühren in Ramelow steigen stark. Ein Erdwahlgrab mit 20 Jahren Ruhezeit soll künftig 4.090 Euro kosten, nach bisher knapp 680 Euro. Der Fall zeigt, warum kleine Friedhöfe besonders empfindlich auf laufende Pflege- und Unterhaltungskosten reagieren.

Die Friedhofsgebühren in Ramelow sorgen derzeit für Aufmerksamkeit: Ein Erdwahlgrab mit einer Ruhezeit von 20 Jahren soll künftig 4.090 Euro kosten. Bisher waren für diese Grabart nach regionalen Berichten knapp 680 Euro vorgesehen. Das entspricht einer Mehrbelastung von 3.411 Euro beziehungsweise rund 500 Prozent.
Die Stadtvertretung von Friedland hat eine neue Friedhofssatzung mit einer veränderten Gebührentabelle beschlossen. Die neuen Beträge gelten allerdings nicht automatisch mit dem Beschluss: Nach Angaben der Friedländer Stadtverwaltung tritt die Satzung erst mit ihrer formalen Ausfertigung in Kraft. Ein konkretes Datum dafür wurde bislang nicht genannt.
Neben dem Erdwahlgrab steigen auch die Gebühren für andere Grabarten auf dem Friedhof Ramelow. Für ein Urnenwahlgrab werden künftig 2.455 Euro genannt. Ein Urnengemeinschaftsgrab soll 1.580 Euro kosten. Zum Vergleich: In Friedland selbst beträgt die Gebühr für ein Erdwahlgrab mit 30 Jahren Ruhezeit 650 Euro. Ein Urnenwahlgrab kostet dort 390 Euro, ein Urnengemeinschaftsgrab 470 Euro.
Die Beträge beziehen sich auf die jeweilige Grabnutzung. Sie sind deshalb nicht automatisch mit den gesamten Bestattungskosten gleichzusetzen.
Der entscheidende Grund liegt nach Angaben der Friedländer Stadtverwaltung in der geringen Zahl der belegten Grabstätten. Auf dem Friedhof Ramelow gibt es demnach derzeit nur 13 Gräber. Pflege, Instandhaltung und weitere laufende Aufgaben fallen trotzdem an. Die Kosten verteilen sich dadurch auf eine sehr kleine Zahl von Nutzungsberechtigten.
Das Problem ist nicht auf Ramelow beschränkt. Die Verbraucherinitiative Aeternitas weist darauf hin, dass Friedhofsgebühren in Deutschland stark voneinander abweichen können. Eine Rolle spielen unter anderem die Zahl der Friedhöfe, die Größe der Anlagen, die örtliche Nachfrage und unterschiedlich lange Ruhezeiten. Besonders viele kleine Friedhöfe können im Verhältnis zum jeweiligen Gebührenaufkommen einen hohen Unterhaltungsaufwand verursachen.
Gleichzeitig legt jede Kommune ihre Friedhofsgebühren selbst fest. Deshalb lässt sich aus einem einzelnen Preis nicht ableiten, was ein Grab in einer anderen Stadt oder Gemeinde kostet.
Für Familien ist es wichtig, zwischen Friedhofsgebühren und den gesamten Kosten einer Bestattung zu unterscheiden. Zu den Friedhofsgebühren gehören je nach Satzung vor allem die Nutzung der Grabstätte, die eigentliche Beisetzung und gegebenenfalls die Nutzung einer Trauerhalle oder Friedhofskapelle. Auch Gebühren für eine Grabmalgenehmigung können hinzukommen.
Weitere Kosten entstehen beispielsweise durch die Leistungen des Bestattungsunternehmens, den Sarg oder die Urne, eine Trauerfeier, Blumenschmuck, Anzeigen und die spätere Grabpflege. Welche Positionen tatsächlich anfallen, hängt von der gewählten Bestattungsart und den persönlichen Wünschen ab.
Auch Urnenbestattungen sind nicht automatisch überall günstig. Aeternitas beschreibt Urnengräber zwar grundsätzlich häufig als preiswerter als Sarggräber, weil sie weniger Fläche und oft weniger Arbeitsaufwand benötigen. Der Fall Ramelow zeigt jedoch, dass die örtliche Gebührenkalkulation entscheidend bleibt: Ein Urnenwahlgrab soll dort künftig 2.455 Euro kosten.
Wer in Ramelow oder Friedland eine Bestattung plant, sollte zunächst die aktuell gültige Friedhofssatzung und Gebührentabelle bei der Stadtverwaltung anfordern. Entscheidend ist, ob die neue Satzung bereits ausgefertigt wurde und welche Gebühren zum Zeitpunkt der Beisetzung tatsächlich gelten.
Außerdem lohnt sich ein vollständiger Kostenvergleich. Nicht nur die Grabgebühr sollte betrachtet werden, sondern auch die Beisetzungsleistung, die Nutzung einer Trauerhalle, mögliche Grabmalgebühren und die langfristige Pflege. Ein günstiger Einzelposten bedeutet nicht automatisch, dass die gesamte Bestattung günstiger wird.
Für Menschen, die ihre eigene Bestattung vorsorglich planen, kann es sinnvoll sein, unterschiedliche Bestattungsarten und Friedhöfe frühzeitig zu vergleichen. Eine transparente Aufstellung hilft dabei, die eigenen Wünsche festzuhalten und Angehörige später finanziell und organisatorisch zu entlasten.
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