Die Erdbestattung
Bei der Erdbestattung wird die verstorbene Person in einem Sarg auf einem Friedhof beigesetzt. Es ist die älteste und traditionellste Bestattungsart in Deutschland. Sie ist die einzige Form, die zwingend auf einem Friedhof stattfindet, und die einzige, die keine Einäscherung voraussetzt.
Bei dieser Bestattungsart können Sie zwischen verschiedenen Grabarten wählen: Wahlgrab, Reihengrab oder Familiengrab. Ein Wahlgrab können Sie sich vorab aussuchen, ein Reihengrab wird vom Friedhof vergeben. Die Liegezeiten betragen je nach Bundesland und Friedhof 15 bis 30 Jahre.
Die Erdbestattung ist meist die teuerste Bestattungsart, weil Sarg, größere Grabstelle, Grabstein und langfristige Grabpflege zusammenkommen. Dafür haben Angehörige einen festen Ort zum Gedenken.
Die Feuerbestattung
Bei der Feuerbestattung wird die verstorbene Person in einem Sarg in einem Krematorium eingeäschert. Die Asche wird anschließend in einer Urne beigesetzt – auf einem Friedhof, im Wald oder im Meer. Die Feuerbestattung ist heute die mit Abstand häufigste Bestattungsart in Deutschland.
Die Beliebtheit hat mehrere Gründe: geringere Friedhofsgebühren als bei der Erdbestattung, eine kleinere Grabstelle und eine größere Auswahl an Beisetzungsformen. Zwischen Tod und Beisetzung dürfen einige Wochen liegen, was Angehörigen Zeit für die Planung der Trauerfeier gibt.
In den meisten Bundesländern muss die Einäscherung in einem deutschen Krematorium erfolgen, und für die Beisetzung der Urne gilt grundsätzlich Friedhofszwang. Ausnahmen davon werden weiter unten beschrieben.
Die Reerdigung
Die Reerdigung ist die neueste Bestattungsart in Deutschland. Der Körper wird in einem speziellen Kokon innerhalb von rund 40 Tagen durch natürliche Mikroorganismen in fruchtbare Erde umgewandelt. Diese Erde wird anschließend auf einem ausgewiesenen Friedhof beigesetzt.
Die Reerdigung wurde 2022 in Schleswig-Holstein als Pilotprojekt zugelassen und seitdem in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen geöffnet. In den meisten anderen Bundesländern ist sie nicht erlaubt – die Bestattungsgesetze sind Ländersache und unterscheiden sich deutlich.
Für viele ist die Reerdigung interessant, weil sie als die naturnaheste Bestattungsart gilt: keine Verbrennung, keine Konservierungsstoffe, am Ende vollständig zersetzte Erde. Sie ist allerdings noch nicht überall verfügbar, und die Kosten liegen meist höher als bei einer einfachen Feuerbestattung.
Beisetzungsformen nach einer Feuerbestattung
Die Feuerbestattung öffnet die größte Auswahl an Beisetzungsformen. Hier sind die wichtigsten.
Urnenbeisetzung auf dem Friedhof
Die häufigste Variante: Die Urne wird in einem Urnengrab beigesetzt. Möglich sind Wahlgrab, Reihengrab, Urnengemeinschaftsgrab oder Kolumbarium (Urnenwand). Die Liegezeiten betragen meist 15 bis 25 Jahre.
Seebestattung in Nord- und Ostsee
Bei einer Seebestattung in Nord- oder Ostsee wird die Asche in einer wasserlöslichen Spezialurne in einem ausgewiesenen Seegebiet beigesetzt. Die Angehörigen erhalten eine Seekarte mit den genauen Koordinaten. Die Beisetzung kann begleitet (mit Trauerfeier an Bord) oder still (ohne Anwesenheit) erfolgen.
Baumbestattung im Friedwald, Ruheforst oder Bestattungswald
Bei der Baumbestattung wird die Urne im Wurzelwerk eines Baums beigesetzt. Die bekanntesten Anbieter sind FriedWald und RuheForst, daneben gibt es viele kommunale Bestattungswälder. Es gibt keinen Grabstein, die Grabpflege übernimmt die Natur. Die Liegezeit beträgt meist 99 Jahre.
Anonyme Bestattung
Bei einer anonymen Bestattung wird die Urne in einem Gemeinschaftsgrab ohne Namenskennzeichnung beigesetzt – meist auf einer Rasenfläche. Manche Friedhöfe bieten auch halbanonyme Varianten an, etwa Rasengräber mit einer kleinen Namensplatte. Anonyme Bestattungen sind häufig die günstigste Option, weil Grabstein und Grabpflege entfallen.
Tree of Life und Erinnerungsbaum
Bei der Tree of Life Bestattung wird die Asche vom Wurzelwerk eines jungen Baums aufgenommen, der anschließend an einem persönlich gewählten Ort gepflanzt wird – auch im eigenen Garten. Diese Form ist in Deutschland aktuell nur über deutsche Anbieter realisierbar, die das gesetzlich saubere Verfahren in Kooperation mit Schweizer Partnern begleiten.
Flussbestattung in Rheinland-Pfalz
Seit 2025 ist in Rheinland-Pfalz die Beisetzung in einem Fluss möglich – etwa Rhein, Mosel oder Lahn. Die wasserlösliche Urne wird dem Fluss übergeben. Andere Bundesländer haben diese Bestattungsart bislang nicht zugelassen.
Urne mit nach Hause nehmen
Ebenfalls seit 2025 ist es in Rheinland-Pfalz erlaubt, die Urne zu Hause aufzubewahren. Damit ist das Bundesland das erste, das den Friedhofszwang für die Urne aufgehoben hat. In allen anderen Bundesländern müssen Urnen an einem zugelassenen Beisetzungsort verbleiben.
Bestattungsarten, die nur im Ausland möglich sind
Einige Bestattungsformen sind in Deutschland nicht erlaubt, weil das Bestattungsrecht das Teilen, Aufbewahren oder Verstreuen der Asche grundsätzlich einschränkt. Im benachbarten Ausland – oft in der Schweiz oder den Niederlanden – sind sie möglich, und deutsche Bestatter können die Überführung organisieren.
Diamantbestattung
Bei der Diamantbestattung wird ein Teil der Asche unter Hochdruck und Hitze zu einem synthetischen Erinnerungsdiamant gepresst. Der Rest wird in einer Urne in Deutschland beigesetzt. Die Herstellung erfolgt in der Schweiz, weil das Teilen der Asche dort erlaubt ist.
Luftbestattung
Bei einer Luftbestattung wird die Asche aus einem Flugzeug, Hubschrauber oder Heißluftballon im Wind verstreut. Diese Bestattungsart ist in Deutschland verboten, in der Schweiz und in Frankreich aber erlaubt.
Almwiesenbestattung
Eine Naturbestattung in den Schweizer Alpen, bei der die Asche frei in einer Blumenwiese beigesetzt wird. Sie ist in Deutschland nicht zulässig, weil sie das Verstreuen der Asche ohne festen Beisetzungsort voraussetzt.
Weltraumbestattung
Bei einer Weltraumbestattung wird ein kleiner Teil der Asche von einem US-amerikanischen Anbieter ins All transportiert. Je nach Paket verglüht die Kapsel in der Atmosphäre, umkreist die Erde oder landet auf dem Mond. Die Weltraumbestattung ist in Deutschland nicht direkt durchführbar, lässt sich aber über internationale Partner organisieren.
Welche Bestattungsart passt zu Ihnen?
Die "richtige" Bestattungsart gibt es nicht. Sie hängt davon ab, was für die verstorbene Person und für die Angehörigen wichtig ist. Einige Anhaltspunkte:
- Sie möchten einen festen Grabstein und eine traditionelle Bestattung? Erdbestattung oder Feuerbestattung mit Urnenwahlgrab.
- Sie suchen eine naturnahe Form? Baumbestattung im Friedwald, Seebestattung oder – wenn regional möglich – Reerdigung.
- Sie möchten Angehörige finanziell oder organisatorisch entlasten? Anonyme Bestattung oder Baumbestattung mit Naturpflege.
- Religiöse Vorgaben sind wichtig? Im Islam und im Judentum ist die Erdbestattung verbindlich; im Christentum sind heute beide Hauptformen gleichwertig.
- Eine besondere persönliche Verbindung – Meer, Wald, Heimat? Lassen Sie sich beraten, viele Beisetzungsorte lassen sich gezielt wählen.
In einer Bestattungsverfügung im Rahmen Ihrer Bestattungsvorsorge können Sie Ihre Wünsche zu Lebzeiten festhalten. Das entlastet Angehörige und stellt sicher, dass Ihre Wahl umgesetzt wird.
Was kosten die verschiedenen Bestattungsarten?
Die Gesamtkosten einer Bestattung in Deutschland liegen meist zwischen 3.000 und 12.000 Euro. Der größte Faktor ist die Wahl von Bestattungsart und Beisetzungsort, der zweite die Friedhofsgebühr – die regional sehr unterschiedlich ausfällt.
Unsere transparenten Festpreise bei Memovida sind ein einfacher Vergleichspunkt:
- Paket ANONYM ab ca. 1.900 € – günstigste Variante, ideal bei anonymer Seebestattung oder anonymer Baumbestattung
- Paket FEUER – Feuerbestattung inklusive Trauerfeier, Urne, Überführung und allen Formalitäten
- Paket ERDE – komplette Erdbestattung mit Sarg, Überführung, Trauerfeier und Formalitäten
In allen Paketen sind die regulären Leistungen des Bestattungsunternehmens enthalten. Lediglich die Friedhofsgebühren und Beisetzungskosten kommen hinzu – die fallen je nach Friedhof und Bundesland unterschiedlich hoch aus. Wer einen direkten Vergleich sucht, findet ihn in unserem Ratgeber Erdbestattung und Feuerbestattung im Vergleich.








