Eine Aufbahrung gibt Ihnen die Möglichkeit, sich vor der Bestattung in einem würdevollen Rahmen vom verstorbenen Menschen zu verabschieden. Sie kann am offenen oder geschlossenen Sarg stattfinden – beim Bestatter, in einer Friedhofskapelle oder zu Hause.
Wie lange der Abschied dauert, was er kostet und wie er abläuft, hängt von Ihren Wünschen, dem gewählten Ort und den Vorgaben Ihres Bundeslandes ab. In diesem Ratgeber erfahren Sie, was Sie wissen sollten – damit Sie eine Entscheidung treffen können, die sich für Sie und Ihre Angehörigen richtig anfühlt.
Was ist eine Aufbahrung?
Eine Aufbahrung ist die respektvolle Präsentation eines Verstorbenen vor der Bestattung. Der Leichnam wird in einem Sarg oder auf einer Bahre an einem ruhigen Ort platziert, damit Angehörige und nahestehende Menschen in Ruhe Abschied nehmen können.
Sie dient zwei Dingen gleichzeitig: Sie würdigt den verstorbenen Menschen, und sie hilft den Hinterbliebenen dabei, den Tod als Realität zu begreifen. Viele Trauerbegleiter:innen halten gerade diesen bewussten Abschied für einen der wichtigsten Schritte in der frühen Trauerbewältigung.
Offene oder geschlossene Aufbahrung – was passt zu Ihnen?
Grundsätzlich gibt es zwei Formen. Beide ermöglichen einen würdevollen Abschied – sie unterscheiden sich vor allem darin, ob Sie den verstorbenen Menschen noch einmal sehen können.
Offene Aufbahrung
Bei der offenen Variante ist der Sarg geöffnet. Angehörige können den Verstorbenen ein letztes Mal sehen und – wenn sie möchten – berühren. Für diese Form wird der Leichnam vom Bestatter hygienisch und kosmetisch versorgt, damit der Anblick ruhig und friedlich wirkt.
Das kann besonders wertvoll sein, wenn der Tod plötzlich eingetreten ist und die Hinterbliebenen Zeit brauchen, das Geschehene zu begreifen. Bei sichtbaren Verletzungen oder fortgeschrittenen Veränderungen ist diese Form nicht immer möglich – Ihr Bestatter berät Sie offen, was sich umsetzen lässt.
Geschlossene Aufbahrung
Bei der geschlossenen Variante bleibt der Sarg verschlossen. Er wird mit Blumen, Kerzen oder persönlichen Erinnerungsstücken geschmückt und in einem würdevollen Rahmen aufgestellt. In Deutschland ist diese Form heute die häufigere Variante.
Sie eignet sich, wenn Angehörige den Verstorbenen lieber so in Erinnerung behalten möchten, wie er zu Lebzeiten war, oder wenn die offene Form aus medizinischen Gründen nicht infrage kommt.
Wie Sie sich entscheiden
Die Entscheidung ist sehr persönlich – es gibt kein „richtig" oder „falsch". Hilfreich sind oft drei Fragen, die Sie sich in Ruhe stellen können.
Habe ich das Bedürfnis, den Verstorbenen noch einmal zu sehen? Wie ist mein letzter Eindruck von ihm – möchte ich diesen verändern? Welche Form fühlt sich für die übrigen Angehörigen richtig an?
Sie müssen sich nicht sofort festlegen. In den meisten Fällen lässt sich diese Entscheidung in den ersten Tagen nach dem Sterbefall in Ruhe treffen – im Gespräch mit Ihrem Bestatter und der Familie.
Wo kann eine Aufbahrung stattfinden?
Sie muss nicht zwingend in einer Friedhofskapelle erfolgen. Sie haben mehrere Möglichkeiten – die Wahl hängt von Ihren Wünschen, dem Bundesland und manchmal auch von der Wohnsituation ab.
Im Abschiedsraum beim Bestatter
Viele Bestattungshäuser, auch Memovida, verfügen über eigene Abschiedsräume. Diese sind ruhig gestaltet, oft mit Kerzen und Blumen vorbereitet und stehen Ihnen zu individuell vereinbarten Zeiten zur Verfügung.
Der Vorteil: Sie können sich in einem geschützten Rahmen verabschieden, ohne an die strengen Öffnungszeiten einer Friedhofskapelle gebunden zu sein.
Aufbahrung zu Hause
In den meisten Bundesländern ist es erlaubt, einen Verstorbenen für eine begrenzte Zeit zu Hause aufzubahren. Das ermöglicht einen sehr persönlichen, ruhigen Abschied in vertrauter Umgebung.
Die Frist liegt in den meisten Fällen bei 36 Stunden nach Eintritt des Todes – einzelne Bundesländer regeln dies in ihren Bestattungsgesetzen unterschiedlich, in begründeten Ausnahmen ist mit fachgerechter Kühlung auch eine längere Dauer möglich. Wichtig ist, dass die Versorgung mit einem Bestatter abgestimmt wird – sowohl aus hygienischen Gründen als auch, um die gesetzlichen Fristen einzuhalten.
In der Friedhofskapelle oder Trauerhalle
In der Friedhofskapelle findet der Abschied häufig im Rahmen einer Trauerfeier statt. Der Sarg steht – offen oder geschlossen – sichtbar im Raum, umgeben von Blumen, Kerzen und persönlichen Gegenständen. Diese Form eignet sich besonders, wenn viele Trauergäste erwartet werden.
Wie lange ist eine Aufbahrung möglich?
Die Dauer hängt vom Ort, von hygienischen Vorgaben und vom Bestattungsgesetz des jeweiligen Bundeslandes ab. Grundsätzlich gilt: Beim Bestatter oder in der Friedhofskapelle ist sie mit fachgerechter Kühlung bis zur Bestattung möglich. Zu Hause ist die Dauer zeitlich enger begrenzt.
Die folgende Übersicht zeigt die typischen Fristen für eine häusliche Aufbahrung. Die Regelungen können sich unterscheiden, und in einzelnen Bundesländern sind unter bestimmten Voraussetzungen Verlängerungen möglich – die konkrete Frist klären Sie am besten direkt mit Ihrem Bestatter vor Ort.
| Bundesland |
Frist für die Aufbahrung zu Hause |
| Baden-Württemberg |
bis zu 36 Stunden nach Eintritt des Todes |
| Bayern |
bis zu 36 Stunden, danach Überführung erforderlich |
| Berlin |
bis zu 36 Stunden nach Eintritt des Todes |
| Hessen |
bis zu 36 Stunden nach Eintritt des Todes |
| Niedersachsen |
bis zu 36 Stunden nach Eintritt des Todes |
| Nordrhein-Westfalen |
bis zu 36 Stunden nach Eintritt des Todes |
| Andere Bundesländer |
in der Regel 36 Stunden; abweichende Regelungen möglich |
Bei einer Aufbahrung vor einer Feuerbestattung findet diese in der Regel im Vorfeld der Einäscherung statt – entweder in einem Abschiedsraum des Bestatters oder im Krematorium. Auch hier sind die Fristen vom Bundesland abhängig.
{"@context":"https://schema.org","@type":"FAQPage","mainEntity":[{"@type":"Question","name":"Wie lange kann ein Mensch aufgebahrt werden?","acceptedAnswer":{"@type":"Answer","text":"Beim Bestatter oder in der Friedhofskapelle kann ein Verstorbener mit fachgerechter Kühlung bis zur Bestattung verbleiben – in der Regel innerhalb der gesetzlichen Bestattungsfrist von vier bis zehn Tagen, je nach Bundesland. Zu Hause ist der Zeitraum in den meisten Bundesländern auf 36 Stunden nach Eintritt des Todes begrenzt. Die genauen Fristen klären wir individuell mit Ihnen."}},{"@type":"Question","name":"Was kostet eine Aufbahrung beim Bestatter?","acceptedAnswer":{"@type":"Answer","text":"Beim Bestatter kostet sie je nach Form und Dauer zwischen 150 € und 500 €. Bei der offenen Variante kommen Kosten für die hygienische und kosmetische Versorgung von 200 € bis 600 € hinzu, dazu auf Wunsch Blumen- und Dekorationsposten. Bei Memovida ist diese Leistung im jeweiligen Festpreis-Paket bereits enthalten."}},{"@type":"Question","name":"Was bringt man zu einer Aufbahrung mit?","acceptedAnswer":{"@type":"Answer","text":"Wenn Sie etwas mitbringen möchten, eignen sich persönliche Erinnerungsstücke: Blumen, eine Karte, ein Foto, ein Brief, ein vertrauter Gegenstand. Auch Kerzen oder ein bestimmtes Musikstück sind möglich. Wichtig ist nicht, was Sie mitbringen, sondern dass es für Sie und den verstorbenen Menschen Bedeutung hat."}},{"@type":"Question","name":"Was zieht man zu einer Aufbahrung an?","acceptedAnswer":{"@type":"Answer","text":"Üblich ist zurückhaltende, gepflegte Kleidung – häufig in gedeckten Farben wie Schwarz, Dunkelblau oder Grau. Wenn der Abschied im privaten Familienkreis stattfindet, sind die Erwartungen meist weniger formell. Sie müssen sich nicht verkleiden, sondern so anziehen, dass Sie sich darin wohlfühlen."}},{"@type":"Question","name":"Aufbahrung – hingehen oder nicht?","acceptedAnswer":{"@type":"Answer","text":"Es gibt darauf keine allgemein richtige Antwort. Viele Menschen erleben diesen Moment als wertvoll, weil er ihnen hilft, den Tod zu begreifen und bewusst Abschied zu nehmen. Andere möchten den Verstorbenen lieber in Erinnerung behalten, wie er zu Lebzeiten war – auch das ist eine respektvolle Entscheidung. Hören Sie auf Ihr eigenes Bedürfnis und lassen Sie sich von niemandem drängen."}},{"@type":"Question","name":"Ist eine Aufbahrung vor einer Einäscherung möglich?","acceptedAnswer":{"@type":"Answer","text":"Ja. Sie kann vor einer Feuerbestattung stattfinden – meist in einem Abschiedsraum oder einer Trauerhalle, bevor der Sarg zur Einäscherung ins Krematorium überführt wird. Wenn Sie sich für eine Trauerfeier vor der Einäscherung entscheiden, wird der Abschied am Sarg häufig in diesen Rahmen integriert. Mehr zum Ablauf einer Einäscherung lesen Sie in unserem Ratgeber."}},{"@type":"Question","name":"Was passiert bei einer Aufbahrung?","acceptedAnswer":{"@type":"Answer","text":"Der Verstorbene wird hygienisch versorgt, angekleidet und in einem Sarg oder auf einer Bahre in einem ruhigen, dafür vorbereiteten Raum platziert. Angehörige können dort in Ruhe Abschied nehmen – einzeln, gemeinsam oder im Rahmen einer kleinen Zeremonie. Blumen, Kerzen und persönliche Gegenstände schaffen eine würdevolle Atmosphäre."}}]}