Was kostet ein Erbschein?
Die Gebühren richten sich nach dem Reinnachlasswert — also dem Vermögen abzüglich der Schulden. Berechnet wird nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG). Beim Antrag fallen üblicherweise zwei Gebühren an: eine für die Erteilung des Erbscheins und eine für die eidesstattliche Versicherung.
Beantragen Sie den Erbschein direkt beim Nachlassgericht, sparen Sie die Notarauslagen und die Mehrwertsteuer. Über einen Notar ist das Verfahren oft schneller, weil dort die eidesstattliche Versicherung direkt mitprotokolliert wird. In komplexen Fällen — internationaler Nachlass, Unternehmensanteile, strittige Erbfolge — können zusätzlich Anwalts- oder Gutachterkosten entstehen.
Bei geringem Einkommen lässt sich Verfahrenskostenhilfe beantragen. In manchen Fällen akzeptieren Banken statt des Erbscheins ein notarielles Testament oder eine Bankvollmacht über den Tod hinaus — dann entfallen die Gebühren ganz.
Wie lange dauert ein Erbscheinsverfahren?
In der Praxis liegt die Bearbeitungszeit zwischen vier und zwölf Wochen. In einfachen Fällen mit notariellem Testament geht es schneller, in komplizierten Konstellationen kann es auch deutlich länger dauern.
Drei Faktoren bestimmen die Dauer am stärksten:
- Vollständigkeit der Unterlagen: Fehlende Dokumente führen fast immer zu Rückfragen und damit zu Verzögerungen.
- Auslastung des Nachlassgerichts: In Ballungsräumen wie Berlin, München oder Frankfurt sind die Wartezeiten oft länger als auf dem Land.
- Komplexität der Erbfolge: Erbengemeinschaften, internationale Nachlässe oder Streitfälle verlängern das Verfahren teils um mehrere Monate.
Wichtig: Mit dem Erbschein nehmen Sie die Erbschaft an
Sobald Sie einen Erbschein beantragen, gilt die Erbschaft als angenommen. Das bedeutet: Sie übernehmen nicht nur das Vermögen, sondern auch die Verbindlichkeiten der verstorbenen Person.
Vermuten Sie, dass der Nachlass überschuldet ist, sollten Sie vor dem Antrag prüfen, ob es sinnvoller ist, die Erbschaft auszuschlagen. Dafür gilt eine Frist von sechs Wochen ab dem Zeitpunkt, an dem Sie vom Erbfall und Ihrer Erbenstellung erfahren haben. Bei Erbfällen mit Auslandsbezug sind es sechs Monate.
Alternativ können Sie eine Nachlassverwaltung oder eine Dürftigkeitseinrede beantragen, um Ihr eigenes Vermögen zu schützen, ohne komplett auszuschlagen.
Wie Memovida Sie in dieser Zeit begleitet
Memovida ist ein modernes, überregionales Bestattungsunternehmen mit Standorten in Berlin, München, Hamburg, Köln und Frankfurt. Wir arbeiten mit transparenten Festpreisen und begleiten Familien individuell durch die ersten Wochen nach einem Sterbefall.
Rechtliche Beratung zum Erbschein gehört nicht zu unseren Leistungen — dafür ist eine Notarin, ein Notar oder eine Fachanwältin für Erbrecht zuständig. Wir helfen Ihnen aber, im Sterbefall den Überblick zu behalten: von der Beschaffung der Sterbeurkunde über die Organisation der Bestattung bis zur Beantwortung der Frage, welche Unterlagen Sie für das Nachlassgericht parallel zusammentragen sollten.
Als Mitglied im Verband unabhängiger Bestatter e. V. arbeiten wir nach klaren Qualitätsstandards. Mit über 4,9 von 5 Sternen bei Google-Bewertungen und einer 24/7 erreichbaren Hotline sind wir auch außerhalb der Geschäftszeiten ansprechbar. Wer Angehörige bereits zu Lebzeiten entlasten möchte, findet zudem eine strukturierte Übersicht zur frühzeitigen Bestattungsvorsorge bei uns.








