Bestattungsverfügung erstellen: Vorlage & rechtliche Gültigkeit

Von Katia Lübbert
June 1, 2026

Das Wichtigste auf einen Blick

Eine Bestattungsverfügung ist ein schriftliches Dokument, in dem Sie zu Lebzeiten festlegen, wie Ihre Bestattung ablaufen soll: Bestattungsart, Beisetzungsort, Trauerfeier, Musik und die Person, die die Umsetzung übernimmt. Anders als ein Testament wird sie sofort nach dem Tod gefunden und befolgt – ein Testament wird in Deutschland oft erst Wochen später vom Nachlassgericht eröffnet, dann ist die Beisetzung längst vorbei.

Dieser Ratgeber zeigt Schritt für Schritt, was in eine Bestattungsverfügung gehört, wie verbindlich sie ist, wo Sie eine kostenlose Vorlage finden und wo Sie das Dokument am besten aufbewahren.

Was ist eine Bestattungsverfügung?

Eine Bestattungsverfügung – manchmal auch Bestattungswunsch oder Totenfürsorgeverfügung genannt – ist eine schriftliche Willenserklärung über die eigene Beisetzung. Sie regelt nicht das Erbe, sondern ausschließlich, was nach dem Tod mit dem eigenen Körper geschehen soll und wie die Trauerfeier ablaufen soll.

In Deutschland gibt es kein eigenes Gesetz speziell zu diesem Dokument. Geregelt wird es über das sogenannte Recht der Totenfürsorge – eine im allgemeinen Persönlichkeitsrecht verankerte Rechtsfigur, die Angehörige und Gerichte respektieren müssen, soweit es zumutbar ist.

Das Dokument ist formfrei: Es muss weder notariell beurkundet noch handschriftlich verfasst sein. Wichtig sind nur Datum, eigenhändige Unterschrift und eine klare Sprache, die keine Auslegungsfragen offen lässt.

Warum Bestattungswünsche nicht ins Testament gehören

Viele Menschen schreiben ihre Beerdigungswünsche aus Gewohnheit ins Testament. Das ist ein nachvollziehbarer, aber riskanter Reflex.

Ein Testament wird in Deutschland erst nach dem Tod beim Nachlassgericht eröffnet. Bis dahin vergehen in der Praxis oft zwei bis sechs Wochen – und gemäß den Bestattungsgesetzen der Bundesländer muss die Beisetzung in dieser Zeit längst stattgefunden haben (meist innerhalb von vier bis vierzehn Tagen nach Eintritt des Todes). Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber Was passiert, wenn ein Testament eröffnet wird.

Stehen Ihre Bestattungswünsche also nur im Testament, kennt sie zum Zeitpunkt der Beisetzung niemand. Genau deshalb empfehlen Verbraucherschützer und das Bundesjustizministerium, Bestattungswünsche in einem eigenen, sofort auffindbaren Dokument festzuhalten – der Bestattungsverfügung.

Ist eine Bestattungsverfügung rechtlich bindend?

Die kurze Antwort: ja, weitgehend. Die etwas längere Antwort hängt am Begriff der Totenfürsorge.

Die Totenfürsorge ist das Recht – und die Pflicht –, für die Bestattung einer verstorbenen Person zu sorgen. Sie liegt nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs nicht beim Erben, sondern bei der oder dem Totenfürsorgeberechtigten. Diese Person ist verpflichtet, den ausdrücklich erklärten Willen der verstorbenen Person umzusetzen, soweit das wirtschaftlich zumutbar und gesetzlich zulässig ist.

Wem die Totenfürsorge ohne ausdrückliche Bestimmung zukommt, ist regional uneinheitlich, folgt aber typischerweise dieser Reihenfolge:

  • Ehepartner:in oder eingetragene:r Lebenspartner:in
  • volljährige Kinder
  • Eltern
  • Geschwister
  • weitere nahe Angehörige

Sie können in Ihrer Verfügung ausdrücklich eine andere Person als Totenfürsorgeberechtigte:n benennen – zum Beispiel eine enge Freundin, einen Lebensgefährten ohne Trauschein oder Ihre erwachsene Tochter statt Ihrer Geschwister. Das wird in der Regel anerkannt.

Grenzen der Bindung: Wenn ein Wunsch wirtschaftlich unzumutbar ist – etwa eine sehr aufwendige Beisetzungsform ohne gesicherte Finanzierung – oder gegen geltendes Recht verstößt, darf von ihm abgewichen werden. Auch das Bestattungsrecht ist Bundesland-Sache und regional unterschiedlich; in manchen Ländern gilt zum Beispiel ein strenger Friedhofszwang, der die Urnenaufbewahrung zu Hause ausschließt.

Was gehört in eine Bestattungsverfügung? Die Checkliste

Eine vollständige Verfügung deckt sechs Bereiche ab. Wir empfehlen, sich an dieser Reihenfolge zu orientieren:

  1. Persönliche Angaben – voller Name, Geburtsdatum, aktuelle Anschrift.
  2. Person der Totenfürsorge – wer soll die Bestattung organisieren? Name, Telefonnummer, Verhältnis zu Ihnen.
  3. Bestattungsart – Erdbestattung, Feuerbestattung, Seebestattung, Baumbestattung, anonyme Bestattung oder eine andere Form.
  4. Beisetzungsort – konkreter Friedhof, Bestattungswald, Seegebiet oder die ausdrückliche Bitte, die Wahl den Angehörigen zu überlassen.
  5. Trauerfeier – religiös oder weltlich, Musik, Redebeitrag, Blumenschmuck, Sarg oder Urne, Dresscode, gewünschte Gäste oder bewusst kleiner Kreis.
  6. Finanzierung – gibt es einen Bestattungsvorsorgevertrag, eine Sterbegeldversicherung, ein zweckgebundenes Sparbuch? Wo liegen die Unterlagen?

Optional, aber sinnvoll: Wünsche zur Trauerkleidung, eine Spendenbitte statt Blumen, Hinweise zum digitalen Nachlass und der Hinweis, ob Sie eine Organ- oder Körperspendeerklärung abgegeben haben.

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Bestattungsverfügung erstellen – so gehen Sie vor

Sie brauchen weder Notar noch Anwalt, um eine solche Verfügung wirksam zu erstellen. Diese fünf Schritte reichen aus:

  1. Informieren Sie sich über Bestattungsarten und Beisetzungsorte in Ihrer Region. Konkrete Beispiele und transparente Festpreise von Memovida erleichtern die Entscheidung.
  2. Sprechen Sie mit der Person, die Sie als Totenfürsorgeberechtigte:n benennen möchten. Stellen Sie sicher, dass sie informiert und einverstanden ist.
  3. Verfassen Sie das Dokument – handschriftlich, am Computer oder per ausfüllbarer Vorlage. Wichtig sind eindeutige Formulierungen, das Datum und Ihre eigenhändige Unterschrift.
  4. Hinterlegen Sie das Original an einem Ort, der nach Ihrem Tod sofort gefunden wird. Dazu gleich mehr.
  5. Aktualisieren Sie das Dokument bei Lebensänderungen: Umzug, Scheidung, neue Partnerschaft, geänderte Bestattungswünsche.

Die Verfügung kann jederzeit widerrufen oder geändert werden – am einfachsten, indem Sie eine neue, datierte Fassung erstellen und die alte vernichten.

Vorlage und Muster – so sieht eine Bestattungsverfügung aus

Verbraucherzentralen, das Bundesjustizministerium und der Bundesverband Deutscher Bestatter stellen kostenlose Vorlagen bereit. Auch wir haben für unsere Kundinnen und Kunden eine ausfüllbare Vorlage vorbereitet – gerne senden wir sie Ihnen auf Anfrage zu.

Eine einfache, rechtssichere Grundstruktur sieht so aus:

Bestattungsverfügung

Hiermit lege ich, [Vor- und Nachname, geboren am …, wohnhaft in …], folgende Wünsche für meine Bestattung fest:

  1. Mit der Durchführung meiner Bestattung beauftrage ich als Totenfürsorgeberechtigte:n: [Name, Anschrift, Telefon].
  2. Ich wünsche eine [Bestattungsart] auf dem [Beisetzungsort].
  3. Die Trauerfeier soll [religiös/weltlich, gegebenenfalls Musik, Redner, Blumen] gestaltet werden.
  4. Die Finanzierung erfolgt über [Bestattungsvorsorgevertrag bei …/Sterbegeldversicherung Nr. …/Konto bei …].

Ort, Datum

Eigenhändige Unterschrift

Dieser Text ist kein Pflichtwortlaut, sondern ein Beispiel. Sie können ihn ergänzen, kürzen oder umformulieren – entscheidend ist die Klarheit Ihrer Wünsche.

Wo bewahre ich die Bestattungsverfügung am besten auf?

Eine solche Verfügung nützt nur, wenn sie nach dem Tod sofort gefunden wird. Diese Orte haben sich bewährt:

  • Bei einer Vertrauensperson zu Hause, idealerweise bei der Person, die die Totenfürsorge übernimmt.
  • Bei Ihrem Bestatter hinterlegt. Wir bei Memovida nehmen Bestattungsverfügungen unserer Vorsorge-Kundinnen und -Kunden gerne in Verwahrung.
  • Im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer. Dort kann ein Hinweis auf die Verfügung samt Verwahrungsort registriert werden.
  • Als Kopie im persönlichen Notfallordner – zusammen mit Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht.

Diese Orte sollten Sie meiden:

  • Im Bankschließfach – wird nach dem Tod oft erst nach Wochen geöffnet.
  • Im Testament oder in der Testamentsverwahrung beim Amtsgericht – gleicher Grund: Eröffnung erfolgt zu spät.
  • Versteckt in privaten Unterlagen, ohne dass Angehörige davon wissen.

Abgrenzung: Bestattungsverfügung, Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht & Co.

Die Vorsorgedokumente werden im Alltag oft verwechselt. Diese Übersicht zeigt, wofür jedes einzelne zuständig ist:

Dokument Wirkt ab Regelt
Patientenverfügung zu Lebzeiten, bei Entscheidungsunfähigkeit medizinische Behandlung
Vorsorgevollmacht zu Lebzeiten, bei Entscheidungsunfähigkeit finanzielle und persönliche Vertretung
Bestattungsverfügung sofort nach dem Tod Bestattungsart, Beisetzung, Trauerfeier
Testament nach dem Tod (Eröffnung Wochen später) Erbe, Vermögen, Vermächtnisse
Bestattungsvorsorgevertrag nach dem Tod konkrete Leistungen und Finanzierung (Vertrag mit Bestatter)
Sterbegeldversicherung nach dem Tod Auszahlung an Hinterbliebene für Bestattungskosten

Eine sinnvolle Vorsorge umfasst alle drei „Lebenszeit-Dokumente“ – Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Bestattungsverfügung – und je nach Lebensphase einen Bestattungsvorsorgevertrag oder eine Sterbegeldversicherung als Finanzierung.

Bei Memovida – wie wir Sie bei der Vorsorge begleiten

Bei Memovida können Sie Ihre Bestattung schon zu Lebzeiten zum transparenten Festpreis regeln. Wir beraten Sie unverbindlich am Telefon oder bei Bedarf bei Ihnen zu Hause und stellen Ihnen unsere ausfüllbare Vorlage für die Bestattungsverfügung zur Verfügung. Worauf es bei einem Bestattungsvorsorgevertrag ankommt, erklären wir in einem eigenen Ratgeber.

Wer einen Bestattungsvorsorgevertrag mit Memovida abschließt, hinterlegt seine Bestattungsverfügung auf Wunsch direkt bei uns – so ist sichergestellt, dass das Dokument im Ernstfall sofort vorliegt und Ihre Wünsche eins zu eins umgesetzt werden. Wenn Sie wissen möchten, wer die Bestattungskosten trägt, sind die Zusammenhänge in unserem Ratgeber zur Kostenübernahme erklärt.

Unsere Standorte

Wir sind im Ernstfall für Sie 7 Tage die Woche und 24 Stunden am Tag telefonisch erreichbar. Unsere Bestattungsleistungen bieten wir deutschlandweit an, mit Hauptsitz in Berlin:

Häufig gestellte Fragen zur Bestattungsverfügung

Was ist eine Bestattungsverfügung in einfachen Worten?

Eine Bestattungsverfügung ist ein schriftliches Dokument, in dem Sie selbst festlegen, wie Sie bestattet werden möchten – von der Bestattungsart über den Beisetzungsort bis zur Gestaltung der Trauerfeier. Sie regelt die Bestattung, nicht das Erbe. Anders als ein Testament wirkt sie sofort nach dem Tod, ohne dass ein Gericht sie eröffnen muss.

Ist eine Bestattungsverfügung ohne Notar gültig?

Ja. Das Dokument ist formfrei und braucht weder Notar noch Anwalt. Erforderlich sind eine klar erkennbare Willenserklärung, das Datum und Ihre eigenhändige Unterschrift. Eine notarielle Beurkundung ist nicht notwendig, kann aber bei besonders heiklen Konstellationen – etwa bei zerstrittenen Familien – die Durchsetzung erleichtern.

Was kostet eine Bestattungsverfügung?

Das Verfassen selbst ist kostenlos, wenn Sie eine Vorlage nutzen. Kosten entstehen erst bei der Eintragung im Zentralen Vorsorgeregister (einmalige Registrierungsgebühr von etwa 15 bis 20 Euro) oder wenn Sie das Dokument mit einem Bestattungsvorsorgevertrag verbinden. Bei Memovida ist die Hinterlegung Ihrer Bestattungsverfügung im Rahmen unserer Vorsorgeberatung kostenfrei.

Wer setzt meine Bestattungswünsche um?

Die Person, die in der Bestattungsverfügung als Totenfürsorgeberechtigte:r benannt ist. Ohne ausdrückliche Bestimmung greift die gesetzliche Reihenfolge: in der Regel Ehepartner:in, dann volljährige Kinder, dann Eltern. Sie können diese Reihenfolge in der Verfügung ausdrücklich abändern und zum Beispiel eine enge Freundin oder einen Lebenspartner ohne Trauschein benennen.

Kann ich die Bestattungsverfügung später ändern?

Ja, jederzeit. Die Verfügung kann formlos widerrufen oder geändert werden. Am einfachsten erstellen Sie eine neue, datierte Fassung und vernichten alle älteren Versionen. Informieren Sie auch alle Personen, die eine Kopie haben, und tauschen Sie diese aus.

Was passiert, wenn keine Bestattungsverfügung vorliegt?

Dann entscheiden die Angehörigen in der gesetzlichen Reihenfolge der Totenfürsorge – meist Ehepartner:in oder Kinder. Sie müssen unter Zeitdruck (Bestattung in der Regel binnen vier bis vierzehn Tagen) und oft ohne klare Anhaltspunkte entscheiden, was die verstorbene Person gewollt hätte. Genau dieser Druck ist der Grund, warum eine schriftliche Verfügung eine echte Entlastung ist.

Wo wird eine Bestattungsverfügung am besten aufbewahrt?

Wichtig ist, dass sie sofort gefunden wird. Geeignet sind: bei der Person der Totenfürsorge, beim eigenen Bestatter, im persönlichen Notfallordner zusammen mit Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht sowie mit Hinweis im Zentralen Vorsorgeregister. Ungeeignet sind Bankschließfach und Testamentsmappe – beide werden erst nach Wochen geöffnet.

Sie möchten Ihre Bestattung in Ruhe schon zu Lebzeiten regeln? Wir senden Ihnen gerne unsere ausfüllbare Vorlage für die Bestattungsverfügung zu und beraten Sie unverbindlich zu Festpreisen und Vorsorgemöglichkeiten. Sie erreichen uns telefonisch oder können sich auf der Seite Bestattungsvorsorge bei Memovida ein kostenfreies Angebot erstellen – in jedem Fall nehmen wir uns Zeit für Ihre Fragen.

Artikel von

Katia Lübbert Mitgründerin & Geschäftsführerin

Katia hat über 20 Jahre lang im Marketing großer Unternehmen gearbeitet, bevor sie Memovida mitgegründet hat. Heute erzählt sie die Geschichte der Bestattung neu – persönlicher, menschlicher und ohne Floskeln. Der Tod gehört für sie zum Leben dazu, und genau so möchte sie ihn auch vermitteln.

Was unsere Kunden über uns sagen

Google Bewertung Memovida

Der Service von Memovida war erstklassig: aufmerksam,
sachkundig und reaktionsschnell und berät ausländische Kunden zu
deutschen Gepflogenheiten. Die Mitarbeiter waren schnell erreichbar
und ich habe auf alle meine Fragen eine Antwort bekommen.
Herzlichen Dank insbesondere an Herrn Manuel Kaiser.

Pertti H.

Vielen Dank Frau Haan, ich war nicht in der Lage mich anderweitig um die Beisetzung meines geliebten Mannes zu kümmern. Was da alles auf einen hereinbricht und was man alles bewältigen muss. Plötzlich steht man ganz alleine da aber Dank von Frau Haan habe ich die schwerste Zeit in meinen Leben bewältigt. Die Trauerfeier war sehr emotional und Danke auch für Die Trauerrednerin. Auch mein Wusch nach der Ruhestätte wurde
erfüllt. Man kann ihnen gar nicht genug Danken so einfühlsam wie sie in dieser schweren Zeit für mich waren.
Alles liebe für Sie.
Mit freundlichen Gruß

Ursula Z.

In einer für mich schwierigen Phase war Ihr Unternehmen mit außerordentlichem Engagement,
absoluter Zuverlässigkeit sowie kompetenter Ausführung und exakter Einhaltung aller
getroffenen Zusagen für mich eine unverzichtbare Stütze und Hilfe.
Insbesondere möchte ich Ihnen, liebe Fr. Lübbert, für Ihre Empathie, die einfühlsame
Herzlichkeit, das Verständnis für jedes Detail und für alles was Sie für mich getan und
umgesetzt haben größten Dank und höchste Anerkennung aussprechen.
Sie waren einfach immer da!
Ihr Unternehmen wird mit der gelebten, konsequenten Kundenorientierung großen Erfolg
haben, dem können Sie sich sicher sein.

Reinhard W.

Mehr erfahren über

Bestattungsvorsorge